Zahnbehandlung einmal anders: Mundakupunktur

Seit vier Jahrzehnten wird in der Zahnarztpraxis auch alternativ behandelt und geheilt. Die Zahnmedizin spricht hier von Mundakupunktur. Hört man als Laie zum ersten Mal diesen Begriff, erscheint vor dem geistigen Auge das Bild eines geöffneten Mundes, der mit feinen Nadeln gespickt ist. Diese Assoziation ist so nachvollziehbar wie falsch. Die Gefahr, dass ein Patient die Nadeln verschlucken könnte, ist viel zu groß.

Was versteht man unter dem Begriff Mundakupunktur?

Mit der bekannten Akupunktur aus dem Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat die Mundakupunktur insofern zu tun, als dieses Verfahren von der TCM abgeleitet wurde bzw. auf der gleichen Basis beruht: auf der Annahme, dass durch das Einstechen feiner Nadeln die Dynamik des Energiesystems angeregt und somit der Heilungsprozess beschleunigt wird. Vor ca. 40 Jahren entdeckten Studien das Somatotop der Mundhöhle. Darunter ist zu verstehen, dass man die Mundhöhle als lokale Projektionsfläche der Körperorgane sieht.

Wie wird die Mundakupunktur praktiziert?

Die wesentliche Unterscheidung zum gewohnten Akupunktur-Verfahren besteht darin, dass nicht Haut-, sondern Schleimhautpunkte im Fokus stehen. Die Stimulation dieser Schleimhautpunkte wird durch Injektionen hervorgerufen, bleibende Nadeln sind ungeeignet (s.o.). Diese Injektionen enthalten entweder ein lokales Betäubungsmittel oder auch Kochsalzlösungen. Die Punkte für die Mundakupunktur erkennt der Zahnarzt aufgrund ihrer erhöhten Schmerzempfindlichkeit.