Dentalphobie: Tschüss Angst!

Wir alle kennen das Gefühl von Angst. Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus und in manchen Situationen notwendig, um das Überleben zu sichern. Allerdings begegnen wir dieser Angst auch in alltäglichen Situationen – wie bspw. dem Zahnarztbesuch – immer wieder. In diesem Fall ist die Angst nicht für das Überleben notwendig und stellt teilweise ein massives Problem dar. Erfahren Sie hier, was es mit dieser Angst auf sich hat und wie Sie die Angst lindern und sogar gänzlich überwinden können.

Warum haben wir Angst?

Angst ist, wie bereits erwähnt, ein natürlicher und wichtiger Schutzmechanismus. Das Gefühl der Angst warnt uns vor (potentiellen) Gefahren und schärft unsere Sinne. Es ist durchaus sinnvoll, Angst zu haben, wenn Ihnen ein Löwe gegenübersteht. Denn hierbei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation. Anders verhält es sich jedoch bei Phobien. Hier ist die Angst völlig irrational und steht in keinster Weise im Verhältnis zu ihrem Auslöser. Das ist den meisten Menschen, die an einer Dentalphobie leiden, auch bewusst, dennoch lässt sich die Angst natürlich allein durch dieses Wissen nicht unbedingt abstellen.

Meist sind Phobien erlernte Ängste, die uns entweder vom nahestehendem Umfeld beigebracht wurden (Bsp.: Die Mutter hat eine Dentalphobie und redet stets davon, wie schlimm es beim Zahnarzt ist. Das Kind wird somit vermutlich ebenfalls eine Angst vor dem Zahnarzt entwickeln, da es auf die Einschätzung seiner Mutter vertraut.) oder das Resultat schlechter Erfahrungen sind. Dennoch lassen sich diese Ängste auch wieder verlernen. Dafür braucht es ein wenig mehr Verständnis dafür, wie Angst funktioniert und was sie in unserem Körper bewirkt. Nur auf diese Weise können Sie lernen, Ihre Angst zu lindern oder gar vollständig zu überwinden.

Was bewirkt Angst in unserem Körper?

Angst sorgt dafür, dass Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet wird. Durch das Adrenalin bekommen Sie einen Energieschub, der Sie bereit zum Kampf oder zur Flucht macht. Das Cortisol hingegen bewirkt, dass Sie aufmerksamer werden und sich Ihre Sinne schärfen. Sie nehmen Ihre Umwelt viel deutlicher wahr, sind schreckhafter und meist auch schmerzempfindlicher. Dieser ganze Prozess kostet den Körper einiges an Energie – Energie, die irgendwann zu Ende ist. Dieses Wissen ist hilfreich, um die Dentalphobie überwinden zu können.

Wie lassen sich Ängste überwinden?

Um Ängste lindern oder überwinden zu können, gibt es verschiedene Methoden. Nicht jede Methode ist für jeden Menschen geeignet, darum kann es sich lohnen, verschiedene Dinge auszuprobieren.

1. Ablenkung
Ist die Dentalphobie nicht so stark ausgeprägt, so kann es schon hilfreich sein, sich mit Musik während der Behandlung abzulenken. Fokussieren Sie sich ganz auf die Musik, Ihre Atmung und entspannen Sie Ihre Muskulatur. Durch diese bewusst gelenkte Achtsamkeit senken Sie Ihren Stresspegel und suchen nicht mehr nach äußeren Reizen, die Sie in Ihrer Angst bestätigen können.

2. Reden Sie mit Ihrem Zahnarzt über Ihre Angst
Sie sind mit Ihrer Angst nicht alleine! Sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf Ihre Ängste und Befürchtungen an, denn so kann dieser Sie besser verstehen und Sie unterstützen. Zahnärzte haben viele Patienten mit Dentalphobie und wissen daher meist, wie sie die Ängste der Betroffenen lindern können.

3. Konfrontation
Stellen Sie sich Ihrer Angst! Suchen Sie sich einen guten Therapeuten und stellen Sie sich Ihrer Angst, indem Sie bewusst die angstauslösende Situation aufsuchen und dortbleiben. Es wird zu Beginn sehr schwer für Sie sein, doch der Körper kann den Zustand der Angst nur für einen bestimmten Zeitraum aufrechterhalten. Nach diesem Zeitraum lässt die Angst nach – immer! Ab diesem Punkt lernen Sie, dass Sie die angstauslösende Situation überleben und die Angst nicht länger aufrechterhalten werden muss.